Mit dem Besuch der Schnippeldisko und der Demo „Wir haben es satt!“, sowie der Teilnahme an der Gründung des Slow Food Youth Deutschland Conviviums, waren wir gleich bei drei bedeutsamen Events des Slow Food Youth Network dabei.
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Nach der Ankunft in Berlin und dem anschließenden Aufsuchen des Hostels, ging es zunächst am Freitag zur Schnippeldisko. Diese wurde organisiert von Slow Food Youth Berlin in der Markthalle 9 im Stadtteil Kreuzberg. Es war ein Event der besonderen Art – Wir fanden zahlreiche Jugendliche aus ganz Deutschland beim Schälen und Schnippeln von ca. 750 kg Gemüse im Takt von Green Musik. Das Gemüse wurde nach offiziellen Kriterien nicht als marktfähig eingeordnet und gilt somit als Abfall. Die Location war um nichts weniger originell als die Idee der Schnippeldisko. Die alte Markthalle diente wunderbar zur einmaligen Kulisse; die Marktstände wurden kurzerhand zur Bar umfunktioniert und somit kam der Genuss nicht zu kurz. Zahlreichen regionalen Spezialitäten konnte man probieren, verkosten und genießen. So auch das Bier, das im Keller desselben Gebäudes gebraut wird – regionaler und frischer geht es wirklich nicht!

Das von den vielen Jugendlichen und jung gebliebenen Erwachsenen geschnippelte Gemüse wurde von keinem anderen als dem berühmten Wam Kat zu einer leckeren Protestsuppe verkocht. Diese konnte man anschließend als „kleines Dankeschön“ in geselliger Runde testen. Der größte Teil davon wurde aber für die Teilnehmer der Demonstration am Samstag als „Protestsuppe“ vorbereitet.

Dieser Abend war ein ganz gelungener Auftakt unseres Berlin Besuches – Es herrschte einen besondere Atmosphäre und es gab reichlich Möglichkeit und Raum für Kontakte zu pflegen, neu zu knüpfen und auszutauschen mit Slow Food Youth Mitgliedern und Menschen noch weit darüber hinaus!

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück im Hostel, ging es dann zügig zum Cafe Flora, dem Studentencafe der Humboldt-Universität. Dort wurde ein wichtiger Meilenstein für die junge Slow Food Youth Bewegung gesetzt. Es stand die Gründung des Slow Food Youth Deutschland Conviviums an! Durch diese Gründung ist nun eine offizielle Stimme der Slow Food Youth Gruppen in der Organisation Slow Food Deutschland vorhanden. Bei diesem Anlass wurden gleich drei Vorstände für ein Jahr gewählt, die nun die Stimmen aller Slow Food Youth Gruppen sowie Campusconvivien, unter anderem auch uns, in Deutschland vertreten.

Gleich nach diesem motivierenden und sehr positiven Auftakt marschierten wir zur „Wir haben es satt!“- Demo am Hauptbahnhof, wo in eisiger Kälte, jedoch keineswegs davon abgeschreckt, wir uns mit ca. 25.000 Menschen aus ganz Deutschland trafen.

Ausgestattet mit Bannern, Buttons und bunten Slow Food Luftballons ging der Zug in Richtung des Deutschen Bundestags. Es waren verschiedene Gruppen aus dem Bereichen Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie der Entwicklungszusammenarbeit vertreten, die alle einen gemeinsamen Appell an unsere Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner sowie der gesamten Bundesregierung trugen:

„Wir haben Es satt! Gute Landwirtschaft. Jetzt“!

Organisiert wurde es von der Kampagne „Meine Landwirtschaft“, der neben Slow Food über 40 weitere Organisationen angehören, die sich für eine EU-Agrarwende einsetzen. Ziel ist, dass mit der EU-Agrarreform 2013 Weichen gesetzt werden für eine nachhaltige, soziale und bäuerliche Landwirtschaft.

Trotz den minus 5 °C war alle hochmotiviert dabei, mit Musik, farbenfrohen und durchaus witzigen Kostümen von Kühen, Hühnern, Bienen u.a. kam auch der Spaß bei der durchaus ernst gemeinten Aktion nicht zu kurz.

Es war wirklich schön zu sehen, eine solche Menge an Demonstranten, die friedlich und zielbewusst aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und auch unterschiedlichsten Aktionsgruppen zusammengekommen waren, um sich für eine lebenswerte Zukunft für Menschen wie für Tiere einzusetzen. – Wir hoffen, dass unsere Forderungen angekommen sind und Laufe des Jahres in die Realität umgesetzt werden!

Nach einem kurzen Aufwärmen bei Kaffee und Tee ging es dann auch schon wieder zurück nach Fulda. Bereichert durch zahlreiche Eindrücke, die wir in der kurzen Zeit aus Berlin mitnehmen konnten und mit neuen Ideen für viele weitere Aktionen und Kooperationen in der neu herangewachsenen Slow Food Youth Bewegung.

 

 

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