Gurke zu krumm? Kartoffel zu schrumpelig? Auf den Müll damit?? Über 40% unserer Lebensmittel werden weggeworfen, ungewollt, ungebraucht – und unnötigerweise! – während viele Menschen Hunger und Not leiden, nicht nur in fernen Ländern sondern auch vor unserer Haustür. Am 10. und 11. Oktober 2012 haben wir deshalb gemeinsam mit dem DHB-Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e.V. (DHB) und der Hochschule Fulda in Kooperation mit der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft ‚Gelbe Rübe‘ mit einem gemeinsamen Essen, ganz aus verschmähten Produkten wie Ernteresten und ‚unschönen‘ Lebensmitteln, auf diese Verschwendung aufmerksam gemacht.

Bei eisigen Temperaturen haben wir am Donnerstagmorgen übriggebliebenes Gemüse, das den Handelsnormen nicht entspricht, geschnippelt und zu einer leckeren Suppe verkocht. Unsere Protes(s)tsuppe haben wir dann an über 100 Studierende, Mitarbeiter und Professoren verteilt.

Grundproblem der Lebensmittelverschwendung ist nicht nur die fehlende Wertschätzung und das fehlende Verständnis von Lebensmitteln und ihrer Herkunft, sondern auch das industrielle System von Herstellung und Vertrieb, in dem weder für krumme Gurken noch für alte Rinderrassen Platz ist. Slow Food stellt sich schon seit zwanzig Jahren gegen diese Tendenz und macht seit dem letzten Herbst gemeinsam mit Partnern mittels Aktionstagen ganz gezielt auf diese Problematik aufmerksam.

Am Vorabend hat uns Valentin Thurn, Buchautor („Die Essensvernichter“) und Macher des Films „TASTE THE WASTE“, einen Einblick in die Hintergründe der Lebensmittel-verschwendung gegeben. Der Vortrag uns anschließender Filmabend war mit ca. 100 Teilnehmern ein voller Erfolg!

Am Mittwochnachmittag konnten wir mit dem DHB einen Workshop für Studierende geben, um ihnen zu zeigen, welche einfachen Möglichkeiten es gibt, Lebensmittel haltbar zu machen. Viele Jugendliche wissen nicht, wie man bereits einfache Gerichte selbst zubereitet. Dies hat nicht nur gesundheitliche Auswirkung, ein großer Teil des kulinarischen Wissens geht so über Generationen auch verloren. Der Workshop ist somit nicht nur ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung, er dient auch zum Generationenaustausch, um das Wissen der Älteren an die junge Generation heranzutragen.

 

 

 

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